Das Ende des Bewerbungsschreibens?

In den letzten Tagen verkündete die Deutsche Bahn, dass sie bei künftigen Bewerbungen auf das Anschreiben, aus dem die Motivation des Bewerbers hervorgehen soll, verzichten wird. Personaler, Betriebe und Karriereberater sehen diesen Schritt unterschiedlich.

Die Bahn gibt unter anderem an, dass die meisten Anschreiben nicht mehr individuell sind, sondern es vielfältige Muster im Internet gibt, von denen der Bewerber abschreiben kann, bzw. es gibt genug Dienste, die für kleines Geld ein passendes Anschreiben erstellen. Wenn das Schreiben eh nicht vom Bewerber kommt und ihn widerspiegelt, dann kann man es tatsächlich getrost weglassen. Viele Personaler geben an, den Augenmerk auf den Lebenslauf und die darin geschriebenen Tätigkeiten zu richten.

Aber tut sich hier nicht das gleiche Problem auf? Werden nicht auch im Lebenslauf Schwächen kaschiert, Stärken besonders hervorgehoben und auch hier gibt es genug Muster an denen der Bewerber sich orientieren kann. Wenn sämtliche Unterlagen auf Hochglanz poliert sind, woran soll sich dann der Betrieb orientieren? Irgendeine Entscheidungsgröße muss ja vorhanden sein, damit ein Bewerber eingeladen wird.

Ein entscheidender Punkt ist ob sich der Bewerber in seinen Unterlagen authentisch präsentiert. Schreibt er so, wie jemand in der Position auf die er sich bewirbt auch sprechen würde. Oder ist das alles nur gesteltztes Deutsch aus den Ratgebern? Den Personalern fällt auf, wenn sie immer die gleichen Fähigkeiten und Stärken präsentiert bekommen, ein Einheitsbrei eben. Wenn dagegen herausgearbeitet wird, was einen Bewerber "echt" macht, dann haben Bewerbungsunterlagen nach wie vor eine hohe Aussagekraft egal ob mit oder ohne Anschreiben.

Bewerbern können sich vor einem Bewerbungsprozess mit einer Person ihres Vertrauens zusammensetzen und Stärken und Einzigartigkeiten herausarbeiten und das in die Unterlagen mit einbringen. Dies wird zielführender sein, als die üblichen Floskels aus den Bewerbungsratgebern einfach abzuschreiben.

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